Das Sepphaus

Bei diesem Objekt sind nicht nur die Architektur und Innenarchitektur aus einer Hand, sondern die gesamte Entwurfs- und Ausführungsplanung, das Projektmanagement, die Bauleitung vor Ort, die Fertigung in Hausham sowie die Montage auf der Baustelle: Von der Idee bis zum schlüsselfertigen Haus hat Eham diesen Bauherren begleitet.

Aus Ruinen auferstanden.

Ein neues Haus, am Meer, um Zeit zu verbringen mit Freunden, abends gemeinsam zu kochen. Mit diesem Wunsch kam ein Kunde zu Eham. Während der Planung zeigte sich, dass im neuen Haus keine Gästezimmer Platz fanden. Auf dem Grundstück stand eine Ruine. Niemand weiß, wie alt das Gemäuer ist, sicher aber Jahrhunderte. Bäume wuchsen aus dem Fundament. Es war wohl ein Bauernhaus, mit einem Stall auf der untersten Ebene, für die Tiere. Warum nicht diese Ruine in ein Gästehaus für Freunde verwandeln? So kam dem Sepp die Idee, diese altehrwürdige Substanz zu nutzen. Eine Herausforderung. Der Status quo zeigte bereits Würde und Erhabenheit. Aber erst Weissrenderings machten die kühne Idee greifbar, zeigten die Dimension. Sie gaben eine erste Vorstellung über die Wirkung des Raumes. Dieser über zwei Ebenen offene Raum entfaltet einen geradezu sakralen Eindruck.

Steinhaus Skizzen von Eham, Sepphaus, Bemessungen
Steinhaus von Eham, Sepphaus, Architektur, im Grünen
Modell der Innenansicht des Steinhauses von Eham, Sepphaus, Architektur, Rendering
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Modell der Innenansicht des Steinhauses von Eham, Sepphaus, Architektur, Rendering, Innenraum, Fenster
Überwucherte Steinmauer, Eham, Sepphaus, Draußen, Bäume
Modell der Innenansicht des Dachgeschosses des Steinhauses von Eham, Sepphaus, Architektur, Rendering

Alt und neu verbunden.

Steinwand eines Raumes mit elektrischen Schaltern, Eham, Sepphaus, Architektur
Steinwand eines Innenraumes des Steinhauses von Eham, Sepphaus, Architektur, Renovierung
Graue Steinwand des Steinhauses von Eham, Sepphaus, Architektur, Kürbisse
Moderne Betontreppe des Steinhauses von Eham, Sepphaus, Architektur

Wie aber nur aus vier noch halbwegs stehenden Außenwänden ein Haus zum Wohlfühlen schaffen? Klar war, dass möglichst viel der vorhandenen Substanz erhalten werden sollte, ergänzt um regionaltypische Materialien.

Behutsam wurde renoviert. Die Fugen der alten Mauersteine wurden mühsam freigelegt. Das Mauerwerk wurde gereinigt und sichtbar gemacht. Um weiterhin seine Geschichte erahnen zu lassen. Diese Spuren der Zeit verleiten heute zum Anfassen, zum Anlehnen, man will sie spüren. Diese dicken Mauern wirken solide und warm.

Alles was neu hinzu kam sollte auch funktional sichtbar einen neuen Rahmen bilden für das Alte. So wurde für Decken und Böden, Wände, Treppen, Brüstungen und Kamin Beton gewählt. Vor Ort in Sichtqualität verarbeitet, gegossen und gespachtelt. Ortbeton verzeiht nichts. Sauber verarbeitet hält er sich zurück und überlässt dem schon dagewesenen Mauerwerk das Feld – dieses zeigt sich nun neu gefasst in der ganzen Schönheit seiner Struktur.

Beton und Schwarzstahl ergänzen sich in ihrer klaren Schlichtheit. Das Geländer der Treppe und der Brüstung aus Schwarzstahl wirken filigran, ja sie setzen mit ihrer bogenförmigen Einfassung der Terrasse eine leichte Linie. Zu altem Stein gehört letztlich auch altes Holz. Altholz wurde verwendet für Türen, auch die Haustür und eine Schiebetür, stets mit sichtbaren Nägeln und Beschlägen. Ergänzend passend zur Solidität des Steine für eine schwere Bank vor dem Bett, solide Nachttische, einen Sockel für ein Waschbecken und die erdende Basis des eleganten Waschtisches. Die Holzfenster, natürlich mit zeitlosen Sprossen, passen sich an, schmiegen sich förmlich in das Haus. Selbstverständlich bilden zwei Flügel die Glastür nach außen – erhabener kann man eine Tür nicht öffnen, so wird der Blick frei für eine atemberaubende Aussicht über die Steilküste hinab über das Blau des Meeres. So prägen natürliche, landesübliche Materialien das Bild und geben dem Raum Struktur und Farbe, Linien und Halt. Naturstein, Holz, Stahl, Beton und Glas.

Küchenzeile aus Holz des Steinhauses von Eham, Sepphaus, Architektur, Steinwand, Tür
Flur mit Holzhockern und Kürbissen mit Steinwand und Betontreppe, Eham, Sepphaus, Architektur
Getrocknete Sommerblumen vor Holzfenster im Steinhaus von Eham, Sepphaus, Inneneinrichtung
Doppelbett im Dachbereich des Steinhauses von Eham, Sepphaus, Innenarchitektur, Fenster
Geöffnetes Holzfenster im Dachbereich des Steinhauses von Eham, Sepphaus, Innenarchitektur

Das Mobiliar ist auf das Wesentliche reduziert. Ein Hocker aus Holz, ein leichter Stuhl, eine schlichte Küchenzeile, deren sichtbare Fingerzinken die Qualität des Handwerks zeigen. Wenig Accessoires, dezente Leuchtkörper, schlichte Vorhänge. Nichts Unnötiges lenkt ab von der umfassenden Geborgenheit dieses Hauses. Strenge Bauvorschriften waren zu erfüllen, insbesondere mußte das Haus statisch tauglich sein für die erdbebengefährdete Gegend. Viel moderne Technik wurde im Haus integriert, wie beispielsweise eine Wasserzisterne.

Gemeinsame Planung mit dem Bauherren haben dieses Gästehaus entstehen lassen. Blickachsen wurden freigelegt, und verbunden über die gemeinsame Terrasse steht es wie auferstanden neben dem neuen Haus unseres Kunden.

Kopfende eines Bettes und Dekoration vor Steinmauer des Steinhaus von Eham, Sepphaus, Innenarchitektur
Flur mit Tür und Fenster im Steinhaus von Eham, Sepphaus, Innenarchitektur
Doppelbett vor einer Steinmauer im Steinhaus von Eham, Sepphaus, Innenarchitektur, Schlafzimmer
Glas-Terrassentür im Steinhaus von Eham, Sepphaus, Außenbereich
Renoviertes Steinhaus mit ovaler Terrassentüre von Eham, Sepphaus, Außenbereich

Steinterrasse mit Glasterrassentür von Eham, Steinhaus, Sepphaus, Außenbereich
Schwarzes Stahlgeländer um steinerne Terrasse, Steinhaus von Eham, Sepphaus, Architektur, Außenbereich
Frontansicht modernes Steinhauses von Eham, Bäume, Architektur
Halb geöffnetes Holzfenster in Steinhaus von Eham, Architektur
Beleuchtetes Steinhaus bei Nacht, Eham, Architektur, Fenster, Hausfront

Das Sepphaus steht seit Jahrhunderten an diesem Ort, wie selbstverständlich fügt es sich in seine Umgebung ein. So, als sei es nie zerstört gewesen. Es passt einfach, man spürt förmlich die Wärme des Ortes, und hört die Grillen zirpen.

2019, Umgestaltung, am Mittelmeer
Innenarchitektur: Eham

Fotografie: Sofie Latour