Wie das geht? Unsere Innenarchitekten Ilona Krajnik und Elias Kronberger im Interview.

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Innenarchitektur hat mit dem Herzen zu tun. Erspüren, was uns jenseits von Moden erfüllt. Wie wir das herausfinden? Indem wir uns Zeit nehmen und zuhören. Wir sind Materialversteher, bringen das Handwerk und die Erfahrung mit. Und Sie ihre Träume.

Ilona Krajnik
Geboren in Kassel / Schreinerin / Studium der Innenarchitektur in Trier / der Liebe wegen nach Bayern gezogen / Kaminbau / absolute Stärke: Räume erfassen / materialverliebt / seit 2005 bei Eham / in der Natur daheim

September 2019

Elias Kronberger
Geboren in Starnberg / hat seine Jugend im bayerischen Wald verbracht / Meisterschule für Schreinerei / im Herzen Weltenbummler / detailverliebt / Fachakademie für Raum und Objektdesign / seit 7 Jahren bei Eham / Bergfex

„Das Fundament unserer Arbeit ist das Handwerk!“

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Eham steht nicht nur für Holz, Böden oder Küchenunikate. Eham steht vor allem auch für Innenarchitektur. Wer kommt zu Ihnen?

Ilona Krajnik (IK): Den meisten fällt unsere Handschrift, die besondere Materialität auf. Sie sehen es bei Freunden oder in einem Gastronomiebetrieb, den wir eingerichtet haben.

Elias Kronberger (EK): Sie spüren unsere Detailversessenheit und unsere Leidenschaft. Und dass wir aufgrund unserer Größe und dem Handwerk im Haus einen Rundum-Service bieten können.

Wir sprechen also in der Regel von eher großen Projekten?

IK: Im Grunde machen wir alles. Einzelne Tische, einen Küchenblock, einen Dielenboden. Meistens aber geht es um ganze Konzepte für Häuser. Schwerpunkt ist oft die Küche als Herz der Wohnung.

Gibt es unter ihnen beiden eine klare Aufgabenverteilung?

IK: Jeder hat seine eigenen Projekte – aber wir holen immer gegenseitig Rat ein, sind Team-Player. Bei uns kann man ganz klar sagen, dass ich lieber Grundrisse mache und Elias der absolute Detailfreak ist.

EK: Ilona erfasst sofort den Kontext eines Raumes oder eines Hauses. Ich mag die Tüftelarbeiten. Also: wie steckt der Schrank in der Wand? Wie wird ein Griff ausgeführt? Wie kann ich die Oberfläche noch cooler hinbekommen? Wir haben ja unglaubliche Experten an der Hand, die uns dabei helfen: Kunstschmiede, Polsterer, Sattler. Wir bauen ja fast nur Unikate, haben immer Lust auf Neues. Wir wollen uns nicht wiederholen – das ist der Spirit, der Eham ausmacht.

IK: …das ist auch der Spirit vom Sepp (gemeint ist Josef Eham, der Firmengründer). Der mag auch nicht auf einem ausgetretenen Boden ewig weiterlaufen.

Wie intensiv ist Josef Eham noch dabei?

EK: Speziell bei der Planung ist er gerne dabei. Er hat ein tolles Gespür.

IK: …man fragt ihn einfach gerne nach seiner Meinung.

EK: …und er ist oft radikaler und mutiger. Als er vor zehn Jahren seine eigene Küche gebaut hat, hat im Umkreis von 500 Kilometern kein Mensch einen rein geschmiedeten Stahl-Küchenblock gehabt. Der ist später dann einer unserer Bestseller geworden.

Was bereitet Kunden Kopfschmerzen?

EK: Ihre fehlende Vorstellungskraft. Deshalb arbeiten wir in der Planungsabteilung zunehmend mit Renderings.

IK: Wobei ich es auch schön finde, wenn man darauf verzichtet und die Kunden einem vertrauen.

Was wird klassischerweise oft unterschätzt?

EK: Die Garderobe und der Eingangsbereich. Die Leute wollen eine riesige Küche und eine noch größere Speisekammer und merken erst nach ihrem Einzug wie wichtig ein großzügiges Entree ist.

IK: Der Boden. Daran wird gerne gespart. Dabei ist er das Fundament, auf dem wir stehen. Ein Raum muss nicht viele Möbel haben – wenn der Boden cool ist.

Wie schafft man Vertrauen?

IK: Mit Ehrlichkeit! Der Kunde spürt ganz genau, ob man selbst hinter einem Entwurf steht. Ich würde niemals etwas zeigen, was mir nicht gefällt.

Was ist euch wichtig?

EK: Dass wir als eigenständiges Planungsbüro wahrgenommen werden. Und dass wir, weil wir eben hier sitzen, einen gewaltigen Mehrwert bieten können. Weil wir so nah dran sind. Leute, die in der Werkstatt gerade mit dem Hobel arbeiten, jederzeit um Rat fragen können.

IK: Wir sind ganz frei, nicht auf Holz fixiert. Wir unterliegen keiner Verkaufsstrategie, sondern entscheiden, wie es für den Kunden am besten passt. Wenn wir glauben, ein Steinboden ist richtig, entscheiden wir uns für ihn.

EK: Das Fundament unserer Arbeit ist das Handwerk!